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Milchfieber

Hintergrundwissen
Milchfieber ist eine Erkrankung des Kalzium- und Phosphorstoffwechsels, die v.a. bei frisch abgekalbten Milchkühen zu beobachten ist.
Entstehung und Ursachen
Relevant für die Entstehung von Milchfieber sind:
• die 6-8 Wochen vor der Abkalbung (Trockenstehphase)
• die 2 Tage nach der Abkalbung
• die tägliche Milchmenge
• die benötigte Kalziummenge
• die Menge an tatsächlich verfügbaren Kalzium

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Milchfieber_Grafik

Unterschied zwischen klinischem & subklinischem Milchfieber
Muskeln und Nerven benötigen Kalzium, um richtig zu funktionieren. Je nach Höhe des Kalziummangels, leiden die Kühe an klinischen oder subklinischen Milchfieber.
Milchfieber Kuh
Klinisches Milchfieber
Beim klinischen Milchfieber ist der Kalziummangel so groß, dass die Muskulatur versagt und die Kuh nicht mehr aufstehen kann. Diese Form des Milchfiebers wird in der Regel erkannt und durch den Tierarzt behandelt. Dieser verabreicht meist eine Kalziuminfusion direkt in das Blut.
Milchfieber Kuh
Subklinisches Milchfieber
Bei der subklinischen Form von Milchfieber führt der Kalziummangel zu keinen sichtbaren Symptomen und wird deshalb häufig nicht erkannt. Dennoch nimmt die Futteraufnahme ab, die Milchleistung sinkt und die Gefahr von Folgeerkrankungen steigt.

Häufigkeit
Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass im Schnitt jede 10. ältere Kuh (ab dem 3. Kalb) an klinischen und jede 3. Kuh an subklinischen Milchfieber leidet.
Milchfieber Kuh Häufigkeit
Status quo – Milchfieberprophylaxe Deutschland Untersuchung (Uni Berlin 2016):
54 % der untersuchten Betriebe haben keine Milchfieberstrategie, d.h. sie ergreifen keine Prophylaxemaßnahmen. Bei den Betriebe, die eine Milchfieberprophylaxe durchführten, gaben 80 % der Betriebe Kalzium oral und 20 % fütterten saure Salze.
Milchfieber Grafik

Folgeerkrankungen
Die Beeinträchtigung der Muskulatur und Nerven aufgrund von Milchfieber kann verschiedenste Bereiche im Körper der Kuh beeinflussen: Funktioniert die Skelettmuskulatur nicht richtig, steht die Kuh unsicher oder liegt fest. Durch den unsicheren Gang wird sie seltener an den Futtertisch gehen und damit die Futteraufnahme reduzieren. Dies führt zu Energiemangel, Fetteinschmelzung und schließlich zur Ketose.
Ebenso steigt die Gefahr von Verletzungen, wenn die Skelettmuskulatur nicht richtig funktioniert. Der Muskel am Zitzenende kann durch Milchfieber ebenfalls beeinträchtigt werden. Schließt dieser Muskel nicht richtig, können Keime in das Euter eindringen und eine Euterentzündung (Mastitis) verursachen. Das ganze Verdauungssystem ist auf eine intakte Kalziumversorgung angewiesen, da es aus Muskelschichten besteht. Wenn diese nicht optimal funktionieren, kann es zu Verdauungsproblemen kommen.
Auch die Labmagenverlagerung findet hier ihre Ursache. Die Gebärmuttermuskulatur ist für den Geburts- und den Nachgeburtsverlauf zentral. Funktioniert diese nicht richtig, kann es zu Wehenschwäche und Nachgeburtsverhalten führen. Mögliche Folgen sind Gebärmutterentzündungen, Geburtsverletzungen und Fruchtbarkeitsprobleme. Diese Folgeerkrankungen belasten und schwächen das Immunsystem. Erreger haben es folglich sehr einfach Schaden anzurichten. Dieser Zusammenhang wird auch bei der Klauenerkrankung Dermatitis digitalis (Mortellaro) vermutet.
Milchfieber Kuh

Vorbeugemaßnahmen
Kalzium Bolus
Eingabe eines Kalzium-Bolus zur Überbrücken des Kalziumdefizits
• Es sollten pro Gabe mindestens 40 g verfügbares Kalzium verabreicht werden. Ist der Kalzium Gehalt pro Bolus über 40 g, reicht ein Bolus pro Gabe. Im Schnitt sind 2 Kalziumgaben ausreichend.
• Nur schleimhautschonende Produkte verwenden. Die Kalziumquelle Kalziumchlorid ist ätzend!
• Wird Kalziumcarbonat als Kalziumquelle genutzt, muss beachtet werden, dass die Kalzium-Verfügbarkeit nur bei ca. 75 % liegt.

Kalzium Flüssigkeit
Eingabe einer Kalzium-Flüssigkeit zur Überbrücken des Kalziumdefizits
• Es sollten pro Gabe mindestens 40 g verfügbares Kalzium verabreicht werden. Ist der Kalzium Gehalt pro Flasche über 40 g, reicht eine Flasche pro Gabe. Im Schnitt sind 2 Kalziumgaben ausreichend.
• Nur schleimhautschonende Produkte verwenden. Die Kalziumquelle Kalziumchlorid ist ätzend!
• Wird Kalziumcarbonat als Kalziumquelle genutzt, muss beachtet werden, dass die Kalzium-Verfügbarkeit nur bei ca. 75 % liegt.
• Je besser das Produkt den Kühen schmeckt, desto leichter und sicherer ist die Eingabe.

Ca Binder
Kalzium-Binder während den letzten 2 Wochen vor der Geburt
• Das Verfüttern von Kalziumbindern reduziert die Kalziumaufnahme im Körper der Kuh. Durch eine knappe Kalziumversorgung während der Trockenstehzeit, kann Milchfieber vorgebeugt werden.
• Besteht die Trockenster-Ration jedoch aus einen hohen Anteil an kaliumreicher Grassilage oder kaliumreichen Heu, ist diese Maßnahme nicht ausreichend.
• Im Verdauungstrakt der Tiere bindet der Kalziumbinder Kalzium. Das gebundene Kalzium wird ausgeschieden und nur der ungebundene Teil geht in das Blut über. Es entsteht der gleiche Effekt wie bei einer Kalziumarmen Fütterung.
• Voraussetzung für den richtigen Einsatz sind eine Rationsberechnung, eine genaue Beobachtung der Futteraufnahme und ein sofortiges Absetzten der Kalziumbinder nach der Abkalbung!

Vitamin D3
Injektion von Vitamin D3
• Da es sich um ein Tierarzneimittel handelt, muss der Einsatz mit dem Tierarzt besprochen werden.

Kalzium
Subkutane Injektion von Kalzium
• Da es sich um ein Tierarzneimittel handelt, muss der Einsatz mit dem Tierarzt besprochen werden.

Saure Salze
Saure Salze während den letzten 2 – 3 Wochen vor der Abkalbung
• Das Verfüttern von sauren Salzen reduziert die DCAB (Kationen-Anionen Bilanz) in der Futterration. Das Ziel ist ein niedriger Blut-pH-Wert vor der Geburt. Diese negative Stoffwechsellage reduziert die Gefahr von Milchfieber. Diese kann durch Futterrationen mit einer negativen DCAB erreicht werden.
• Voraussetzung für den richtigen Einsatz sind eine exakte Rationsberechnung, regelmäßige Harnuntersuchung, eine genaue Beobachtung der Futteraufnahme und ein sofortiges Absetzten der sauren Salze nach der Abkalbung.

kalium- und kalziumarme Futterration
• Eine Kalzium- und kaliumreduzierte Fütterung in den letzten 3-4 Wochen vor dem Abkalbkalbetermin, reduziert die Gefahr des Milchfiebers.
• Besteht die Trockensteher Ration jedoch aus eine hohen Anteil an Grassilage oder Heu, ist dies meist nicht umsetzbar.
• Voraussetzung für ein Gelingen dieser Maßnahme sind Analyseergebnisse der eingesetzten Grundfuttermittel und exakte Rationsberechnungen.