Zum Inhalt springen

Wie sinnvoll sind Heunetze, Heusäcke und Co. für Pferde?

Heunetze für Pferde sind von entscheidender Bedeutung, da sie das natürliche Fressverhalten von Pferden unterstützen können.

Pferde sind von Natur aus Dauerfresser, die den größten Teil ihres Tages mit Grasen oder Heu fressen verbringen. In der freien Natur nehmen Pferde kontinuierlich kleine Mengen an Nahrung zu sich, was ihrem empfindlichen Verdauungssystem zugutekommt.

Bei der Fütterung in Stallungen oder Pferdeanhängern kann es jedoch schwierig sein, dieses natürliche Fressverhalten zu unterstützen. Hier kommen speziell entwickelte Netze ins Spiel. Diese Heusäcke oder Heutaschen ermöglichen es den Pferden während der Reise, das Heu langsam und kontinuierlich zu fressen. Das ist nicht nur beruhigend für die Tiere, sondern minimiert auch das Risiko von Magenproblemen aufgrund von Nüchternheit.

Die Verwendung von  Futtersparnetzen  sorgt dafür, dass die Pferde ihr Futter nicht verschwenden und verhindert übermäßiges Fressen, was zu Verdauungsproblemen führen könnte.


Heunetze für Rundballen und Futterraufen für Pferde sind äußerst praktisch

Darüber hinaus sind Heunetze für Rundballen und Futterraufen für Pferde  äußerst praktisch, da sie für langsamere Futteraufnahme sorgen. Das Heu kann außerdem nicht mehr so leicht überall verteilt werden. Heunetze und Futterraufen verhindern Futterverschwendung und die Verschmutzung des Rauhfutters. Diese Art der Fütterung ist für den Landwirt sparsamer und hygienischer.

Insgesamt tragen Heunetze für Pferde dazu bei, das Wohlbefinden der Tiere zu sichern, indem sie ihr natürliches Fressverhalten unterstützen, die Verdauung fördern und gleichzeitig den Futterverbrauch optimieren. Sie sind eine praktische und sinnvolle Lösung für die artgerechte Fütterung von Pferden in verschiedenen Situationen.


Wie ist das natürliche Fressverhalten von Pferden?

Der Verdauungstrakt und v. a. der Magen von Pferden ist auf diese Lebensform entsprechend eingestellt.

Pferde sind ursprünglich in den Steppen zu Hause und haben die meiste Zeit ihres Tages mit Umherziehen und Fressen der kargen Aufwüchse der Steppe verbracht. Aber warum ist das so – die Antwort liegt im Aufbau des Pferdemagens: 

  • der Magen ist zweigeteilt: der untere mit einer drüsenhaltigen Schleimhaut ausgekleidete Teil produziert die salzsäurehaltige Magensäure. Der obere Teil besteht aus einer drüsenlosen Schleimhaut, der sehr empfindlich gegenüber der Magensäure ist. 
  • Magensäure wird ständig produziert: unabhängig von der Nahrungsaufnahme wird 24 h Magensäure produziert. Der Puffer ist das im Speichel enthaltene Bicarbonat, das durch ständiges Kauen produziert wird. Fresspausen sind magenfeindlich. 
  • Nur 12 – 14 l Fassungsvermögen: Der Magen ist eine Art „Durchlauf-Organ“ und das Futter verweilt nur 1-5 Stunden. Hier passiert die „Entkeimung“ und die Produktion von Futterbrei für die Verdauung im Dünndarm. 
  • Ein Pferdemagen ist kaum dehnungsfähig! 

Ein stetiges und langsames Fressen ist daher für die Gesundheit des Verdauungstraktes der Tiere von immenser Bedeutung.

  1. Speiseröhre (Osophagus)
  2. Dünndarm
  3. Magenausgang (Pylorus)
  4. Drüsenhaltige Schleimhaut (geschützt vor Magensäure)
  5. Grenzlinie zwischen den Schleimhäuten (Margo Plicatus)
  6. Drüsenlose Schleimhaut (ungeschützt vor Magensäure)
  7. Mageneingang (Cardia)

Die moderne Pferdehaltung und die tiergerechte Fütterung

In Anlehnung an das natürliche Fressverhalten von Pferden ist es notwendig dem Tier 24 Stunden am Tag Heu zur Verfügung zu stellen. Fresspausen sollten nie länger als 4 Stunden sein. 

So sollten Sie Pferde besser nicht füttern! 

Gerade in der modernen, oft durch wirtschaftliche Einflüsse bedingte Haltungsbedingung, werden dem Tier Futter ohne Rationierungsmöglichkeit bereitgestellt. Das hat zur Folge, dass das Futter zu schnell aufgenommen und die Futterpause zu lange wird. Da der Pferdemagen, wie vorher beschrieben auf regelmäßige und kleine Portionen eingestellt ist, kann es bei falscher Fütterung im schlimmsten Fall zu langwierigen Gesundheitsproblemen kommen.

Studien zufolge leidet jedes Pferd im Laufe seines Lebens mehrmals an einer Gastritis. 60 – 90 % aller Pferde leiden an Magengeschwüren, abhängig vom Einsatzgebiet. Rennpferde sind am häufigsten betroffen. Selbst Fohlen haben Magenprobleme, insbesondere im Zeitraum des Absetzens.   


Neben der zu langen Futterpause ist auch das Verhältnis der verschiedenen Futtermittel entscheidend für die Magengesundheit des Pferdes. Allgemein wird empfohlen mindestens zwei Kilogramm Heu pro 100 kg Lebendgewicht pro Tag zu verfüttern. Der Anteil an Kraftfutter sollte sich nach der Aktivität des Pferdes richten. Leider wird auch hier oft zu viel Kraftfutter verabreicht, dass der Verdauung nicht zuträglich ist. Somit sind Wasser und Raufutter die grundlegenden Ernährungsbausteine für ein gesundes Pferd.

Beispiel für die Rationsgestaltung eines 600 kg schweren Warmblutes in leichter Arbeit

  • Mineralfutter
  • Kraftfutter 0,5 - 2 kg
  • Raufutter 9 - 12 kg
  • Wasser 20 - 30 l

Um dem Pferd das Raufutter so tiergerecht wie möglich anzubieten, gibt es mittlerweile unzählige Varianten und Ausführungen von Netzen, Taschen, Behältern, Trögen usw. Eine einfache und kostengünstige Möglichkeit dem Pferd Heu bzw. Raufutter in tiergerechter Weise zur Verfügung zu stellen, sind  Heunetze. 


Heunetze & Co. und ihr Nutzen bei der Futteraufnahme

Heunetze bzw. äquivalente Behältnisse werden verwendet, um die Futteraufnahme des Pferdes zu verlangsamen und so eine längere Kauzeit zu ermöglichen. Dies regt die Speichelbildung an und der höhere Speichelfluss trägt dazu bei, dass der Säuregehalt im Magen gesenkt wird. Es gibt einige Studien, die darauf hinweisen, dass dies dazu beitragen kann, dasRisiko von Magengeschwüren zu reduzieren

Neben den gesundheitlichen Vorteilen der Fütterung mittels Heunetzen & Co. beugt das langsame und stetige Fressen Langweile vor. Die Pferde sind mit der Futteraufnahme länger beschäftigt und die Zeit zwischen den Mahlzeiten werden verkürzt. Durch das Verlangsamen der Futteraufnahme können Heurationierungsprodukte auch dazu beitragen, dass weniger Raufutter verschwendet und dieses nicht so schnell verstreut oder zertrampelt wird. Der Nebeneffekt dabei ist auch ein gesteigertes Maß an Hygiene

Ein weiterer Nebenaspekt ist, dass das Raufutter sauberer und staubfreier zu halten ist, was wiederum für Pferde mit Atemwegserkrankungen von enormem Vorteil ist. Ein weiterer Vorteil von Heunetzen ist, dass mehrere an verschiedenen Stellen aufgehängt werden können, so dass jedes Tier, egal ob rangniedrig oder ranghoch, seinen Fressplatz hat und ausreichend Raufutter zu sich nehmen kann. Egal ob in der Box, auf dem Paddock oder auf der Weide, mit unserem umfangreichen Sortiment an Heunetzen, -säcken, -boxen und -raufen ist die pferdegerechte Fütterung von Raufutter nahezu überall möglich.


Wichtige Besonderheiten für die Auswahl von Heunetzen & Co.

Heunetze werden mit unterschiedlichen Maschenweiten angeboten. Je größer der Abstand, desto schneller ist die Futteraufnahme. Zu kleine Maschen verursachen jedoch Stress, da zu wenig Futter gezogen werden kann. Außerdem wird das Netz permanent dem starken Kiefer der Pferde ausgesetzt, das zu einem schnelleren Verschleiß führt.

Heunetze gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Für eine möglichst lange Nutzungsdauer sind das verwendete Material, die Struktur der Kordel, der Durchmesser der Fäden (Monofile), die Art der Verknüpfung und die Verarbeitung generell entscheidend. Materialien wie Polypropylen und Kordeldurchmesser von ca. 5 – 6 mm, aus einzelnen Monofilen bestehend, haben sich als sehr gut geeignet herausgestellt.


Alternativ zu Heunetzen eignen sich auch Heusäcke oder -beutel  für das Langsamfressen. Zu achten ist dabei, dass die Öffnungen aus denen Heu gezupft werden kann, gut angeordnet und nicht zu klein sind. Ein Durchmesser von ca. 5 – 6 cm hat sich als optimal erwiesen.

Bei Futtertrögen oder -boxen mit Gitterstäben ist ebenfalls ein Abstand von 6 cm zu empfehlen. Auch hier ist auf die korrekte, tiefe Montagehöhe zu achten, damit die Körperrhaltung so natürlich wie möglich ist, gleichzeitig ein Verletzungsrisiko durch Hineintreten oder ähliches nicht möglich gemacht wird.